Die
Hüftgelenksdysplasie
Was ist das?
Unter Hüftgelenksdysplasie oder kurz genannt
"HD" versteht man eine Fehlbildung eines oder bei der Hüftgelenke.
Ein normales Hüftgelenk ist zweiteilig und besteht aus einer sogenannten
"Pfanne" am Beckenknochen und dem dem Kopf des Oberschenkels der von
der Pfanne umschlossen wird. Für den reibungslosen Lauf des Gelenkes sorgt die
Gelenksflüssigkeit, die sich in einer Schutzhülle um das Gelenk, "der
Gelenkskapsel" befindet.
Bei einer Fehlbildung, einer "Dysplasie", passen
nun die Pfanne und der Kopf nicht richtig zusammen. Oft ist die Pfanne zu flach,
so dass der Kopf aus der Pfanne herausrutschen und an den Gelenk-Enden scheuern
kann. Manchmal ist aber auch der Kopf des Oberschenkels so missgebildet, dass er
seinerseits in der eigentlichen Pfanne scheuert.
Wie stellt man "HD" fest?
Die Krankheitsanzeichen variieren je nach Schwere der
Missbildung. Junge Hunde, deren Becken zu flache Hüftpfannen haben, fallen auch
dem ungeschulten Beobachter frühzeitig durch den wackeligen, schauk- kelnden
Gang der Hinterhand auf. Manchmal kann man sogar sehen, wie der Oberschenkelkopf
sich beim Laufen aus der Pfanne ausrenkt.
Alle nicht ganz so gravierenden Missbildungen kann nur
durch eine Röntgenaufnahme entlarven. Das Röntgen ist eine einfache
Angelegenheit. Der Hund muss in die gestreckte und symmetrische Lage gebracht
werden. Dabei werden die Beine gestreckt und etwas nach innen gedreht. Das ist
zwar keine schmerzhafte Prozedur, aber welcher ausgewachsene Hund lässt das mit
sich machen und bleibt dann auch noch "entspannt" liegen, bis die
Aufnahmen gemacht sind? Aus diesem Grund geht ein HD-Röntgen nicht ohne
Kurzzeitnarkose.

Ein HD-Röntgen ist ab dem zwölften
Lebensmonat beim einem vom SVÖ anerkannten Tierarzt empfehlenswert. Es besteht
auch die Möglichkeit ein Vorröntgen durchzuführen. Dieses Vorröngten im
Alter von sieben bis neun Monaten ist dann sinnvoll, wenn ein Hundebesitzer
wissen möchte, ob der Beginn einer intensiven Ausbildung des Hundes vertretbar
ist. Natürlich kann eine Diagnose in diesem Alter nicht als endgültig
angesehen werden, denn konkrete Angaben zum Zustand der Hüftgelenke
hinsichtlich einer HD können erst nach Abschluss des Epiphysenwachstums gemacht
werden.
Krankheitsursachen
Die HD ist ein genetisch bedingtes Leiden. Anders als bei
bestimmten Körpermerkmalen und auch bestimmten Erbkrankheiten ist nicht ein
einzelnes Gen verantwortlich. Vielmehr wird die Anlage zur Ausbildung eines HD
von verschiedenen Genen beeinflusst, man nennt diese Art der Vererbung auch
polygenetisch. Dies ist auch der Grund dafür, dass es bei der HD kein
"Alles-oder-Nichts-Prinzip", sondern es verschiedene Abstufungen an
Schweregraden gibt.
Abstufungen:
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Zur Zucht erlaubt:
- normal
- fast normal
- noch zugelassen
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Keine Zuchtverwendung erlaubt:
- leichte Dysplasie
- mittlere Dysplasie
- schwere Dysplasie
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| A |
B |
C |
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An der Zeichnung A
können Sie sehen, wie eine gesunde Hüfte aussieht: Die Kugel hat eine
schöne und gleichmäßige Form und sitzt tief in der Pfanne. Bei der
Zeichnung B sehen Sie eine Pfanne, die
nicht sehr gut ausgebildet ist und bei C
hat die Kugel eigentlich gar keine halt mehr. |
Auch die Beteiligung verschiedener
Umweltfaktoren spielt hierbei eine Rolle. Besonders erwähnenswert sind
Fütterung und Bewegung, welche ab der Geburt auf den Hund einwirken. Die meiste
Bedeutung haben hierbei die Art der Fütterung sowie die Art und Ausmaß der
Bewegung. Als nachteilig haben sich zu energiereiche sowie zu eiweißreiche
Fütterung erwiesen. Übermäßige körperliche Arbeit, z.B. zu frühes und zu
ausgedehntes Training, wirken sich negativ auf die Entwicklung der Hüftgelenke
aus. Eine straffe Kruppen- und Oberschenkelmuskulatur durch moderate,
gleichmäßige Bewegung hingegen ist günstig für die Stabilisierung der
Hüften.
Was wird gegen die Verbreitung
unternommen?
Der Verein für Deutsche Schäferhunde hat
als erster Rassehundezuchtverein 1966 erste
Initiativen zur planmäßigen Bekämpfung der HD ergriffen und für die
Zuchtzulassung eine HD-Kontrolle vorgeschaltet.
Sämtliche zur Zucht verwendet Elterntiere müssen vor deren Zuchtverwendung
geröntgt werden und natürlich HD-frei sein. Mit Hilfe des
verpflichtenden HD-Röntgens konnte der Anteil an erkrankten Hunden im hohem
Ausmaß reduziert werden.
Als weiterer "Meilenstein" in der
Schäferhundezucht wurde die HD-Zuchtwertschätzung eingeführt. Für
Erläuterungen zur Zuchtwertschätzung besuchen sie bitte folgende Seiten:
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